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Google’s Straßensicht — Teil 2

19. November 2010 Kommentare

…nun sind wir live dabei!

Haupbahnhof in Dortmund

Haupbahnhof in Dortmund

Nun ist es also soweit und Google’s Straßesicht ist auch für einige Orte in Deutschland ans Netz gegangen. Ich bin mir zwar nicht sicher, welche Städte bereits zu sehen sind, aber was ich gesehen habe, Dortmund kann nun auch virtuell erforscht werden.

Ich habe mir ja vor einigen Tagen schon einmal Gedanken zum Thema Straßensicht gemacht und wie genau Google das mit dem Unkenntlichmachen (neudeutsch: verpixeln) genau handhaben will, doch die Diskussionen, die momentan so auf einschlägigen Seiten gemacht und in diversen Tagesblättern gemacht werden, hätte ich nicht erwartet.

Sicherlich gibt es immer noch eine ganze Reihe von Gegner, die der Meinung sind, das hier der Datenschutz verletzt wird, aber wo ich absolut nicht mit gerechnet hätte und wo ich aus allen Wolken gefallen bin. Es gibt auch Bürger, die sich darüber beschweren, das ihr Haus verpixelt wurde ohne das sie das beantragt hätten. Angeblich soll es sogar so sein, dass diese Bürger nun ihre Häuser selber bei Google einstellen. Sie benutzen hierzu den Googles Dienst Panoramio, mit dem man Privatfotos mit Google Maps verbinden kann. Golem.de zitiert hierzu Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar, der meint:

„Es kann nicht sein, dass dritte Personen die Entscheidung von Hausbesitzern gegen eine Darstellung ihrer Wohnsituation bewusst ignorieren und über den Fotodienst Panoramio Ansichten von verpixelten Häusern anfertigen, die Google dann selbst unverpixelt auf Street View einstellt“.

(siehe auch Golem.de)

wobei laut Golem.de hier Google wie folgt drauf antwortet:

Man wolle keine „Zensur an User Generated Content betreiben“.

Meiner Meinung nach sind das schon sehr interessante Standpunkte, denn wer genau soll denn hier die Hoheit über die Bilder haben und ist mit dieser Diskussion nicht der gesamte Dienst in Frage gestellt?

Wie Golem erklärt, ist der Standpunkt von Google „was einmal verpixelt war, bleibt auch verpixelt“ und somit ist es in der Tat möglich, dass einige Personen es schaffen nach und nach mehr Häuser/Gebäude in Google’s Straßensicht zu verpixeln.

Eine weitere interessante Frage, die Golem in diesem Zusammenhang in den Raum stellt „Warum werden nur die Fotos von Gebäuden in Google Streetview so kritisch betrachtet?“. Wäre es nicht auch konsequent, wenn diese Regeln für jedwede Art von Gebäudefotos angewendet würde? Dürften dann auch keine mit Geotags versehenen Fotos von Häusern mehr auf Seiten wie Flickr veröffentlicht werden? Oder dürften auf Immobilienseiten keine Bilder von Häusern mehr abgebildet werden? Schließlich sind auch diese Fotos in aller Regel mit der jeweiligen Adresse verknüpft. Und wie ist es mit einem Straßenmarathon – dürfte er nicht mehr im Internet übertragen werden?

Und ich würde sogar noch weiter gehen und frage mich, was mit Bildern aus der Natur ist? Wer spricht für die Bäume, Wiesen, Seen und Strände dieser Welt? Kann ich die auch verpixeln lassen? Was passiert, wenn Google auf die Idee kommt Panoramabilder am FKK-Strand zu machen? Klar, die Gesichter sind verpixelt, aber was ist mit dem Rest?

Also ich habe bisher noch keinen Einspruch eingelegt, das mein Domizil nicht im Netz dargestellt werden darf, aber da ich ja auf dem platten Land wohne, wird das sicherlich auch noch eine Weile dauern, bis man uns virtuell besuchen kann. Ich bin nur mal gespannt wo die ganzen Diskussionen nach dem Motto „falsch verpixelt“, „schlecht verpixelt“, „garnicht verpixelt“, „zuviel verpixelt“ noch hinführen soll und was genau diese Diskussion für einen Einfluss auf das Netz hat!?

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