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Das Loch ist zu…

6. Dezember 2010 Kommentare

… oder die Wand ist da!


Der Plan

Der Plan

Endlich kann ich mal wieder einen etwas längeren Artikel schreiben :smile1_ee:. Ursprünglich hatten wir ja im Obergeschoss ein Zimmer, das im Ursprung mal zwei Zimmer waren. Der Vorbesitzer hatte hier eine Wand entfernt und so wurde aus zwei Zimmern ein Großes. Nun ja, wie der eine oder andere von euch vielleicht schon mitbekommen haben könnte, erwarten wir Besuch, der mindestens 18 Jahre bei uns bleiben wird :cheese1_ee:. Also war die Überlegung, die beiden Zimmer wieder von einander zu trennen. Nur wie?

Auf Grund von Zeitmangel (zumindest hauptsächlich) war die erste Überlegung in die Lücke zum anderen Zimmer einen Schrank zu stellen und so die Räume zu unterteilen. Nachdem jedoch der Schrank da und aufgebaut war, hat man erst einmal gesehen wie „bescheiden“ das aussieht. Irgendwie wie gewollt und doch nicht gekonnt :longface_ee:. Also musste eine andere Lösung her. Meine Regierungschefin ist also los gezogen und hat in diversen Läden gefragt, was ein Vorhang kosten würde. Haken an der Sache… leider reden wir hier unter anderem von einer Schräge und da müsste der Vorhang schon extra zugeschneidert werden, was das ganze nicht gerade günstiger macht. Also war die  Vorhangslösung relativ schnell wieder verworfen (zum einen teuer und außerdem konnte ich mir nicht so wirklich vorstellen, wie das dann später aussehen würde… da fehlt mir die Vorstellungskraft) und eine neue Lösung schnell gefunden… eine Trockenbauwand sollte her!

Schon mal vorab… verlasst euch nur auf die Aussagen eines Baumarktmitarbeiters, wenn ihr auch sicher seid, dass der Ahnung hat! Es rennen leider viel zu viele Vollpfosten rum!

Das Material

Das Material

Ich bin also am Freitagabend los und habe das entsprechende Material besorgt. Profile für das Ständerwerk, Rigips-Einmann-Platten und diverses Kleinmaterial. Das erste Problem, das sich mir hier gestellt hat: Ich hatte einen Mauervorsprung, den ich im Grunde bis zur Schräge verlängern wollte. Die jetzige Mauer hatte eine Stärke von 145 mm und somit war meine Überlegung, nehme ich zwei mal 60mm Profile und schraube da die 12,5mm Platten drauf, dann habe ich genau die richtige Stärke. Im Baumarkt angekommen, habe ich dann nach den Profilen gesucht und da es ja meine erste Trockenbauwand war, die ich bauen wollte, fragte ich den vermeintlich schlauen Baumarktmitarbeiter. „Sagen sie ma, wie bekomm ich denn die Ständer ineinander, wenn die alle eine Breite von 60mm haben? Das passt doch gar nicht.„. „Da müssen sie die Profile drehen und dann verschrauben.„, war seine Aussage. Ok… ich habe das ja noch nie gemacht, also glaube ich ihm mal. Also habe ich die CD-Profile eingepackt und mir die entsprechenden Schrauben besorgt (was sich später als Dummfug rausgestellt hat!).

UW-Profile / CW-Profile

UW-Profile / CW-Profile

Da mir das ganze aber etwas spanisch vor kam, habe ich abends dann erst einmal ein wenig im Netz gestöbert. Siehe da, der gute Mann hat mir Schwachsinn erzählt! Die gekauften CD-Profile sind im Grunde nur Profile für die Wand und das CD kennzeichnet im Grunde nur eine extra Dämmung, die wohl dem Schallschutz dienen soll. Wenn man es richtig machen will, dann nimmt man für den Boden und die Decke sogenannte UW-Profile und da passen dann die CW-Profile gleicher Stärke auch ohne Probleme rein. Na ganz toll! Also konnte ich Samstagmorgen nicht direkt starten, sondern musste erst einmal die falschen Profile wieder umtauschen.

Also habe ich alles wieder eingepackt und habe versucht UW- und CW-Profile mit einer Breite von 60mm zu bekommen. Und prompt habe ich die nächste Falschaussage bekommen. Hintergrund hierzu… es gab die UW- und CW-Profile nicht in 60mm, sondern nur in 50mm, was bedeutet hätte, das ich da eine Lücke von 10mm gehabt hätte. Im Grunde ja kein Problem, nur habe ich den Baumarktfleischfachverkäufer gefragt „sagen sie ma, fällt mir dann nicht die Dämmung da raus, wenn da eine Lücke zwischen den beiden Wänden ist?„. „Oh… ja… da haben sie natürlich recht… dann können sie keine 50mm nehmen, aber ich kann ihnen gerne die 60mm Profile bestellen. Dankend habe ich abgelehnt und mich erst einmal bei einem anderen Baumarkt schlau gemacht. Im nächsten Baumarkt, habe ich dann das gleiche Problem gehabt. Nur 50mm Profile und die gleiche dumme Aussage. Also bin ich noch zu einem dritten Baumarkt und da hatte ich dann auch eine ordentlich Beratung. Auch hier gab es nur 50mm-Profile, aber meine Frage wurde diesmal korrekt beantwortet. „Warum sollte die Dämmung da rausfallen? Die wird doch in den Profile eingeklemmt. Da fällt i.d.R. nichts raus.“ Na das ist doch mal eine Aussage, mit der man arbeiten kann :thumbup_tb:. Also habe ich hier die 50mm-Profile (UW-Profile und CW-Profile) gekauft und hatte nun das Material wirklich zusammen.

Der Mauervorsprung

Der Mauervorsprung

Nun konnte es also endlich los gehen! Die Wand bzw. der Mauervorsprung war vorbereitet (die letzte Tapetenbahn abgezogen) und ich konnte starten die Ständerwand zu errichten.

Ich habe mir ein kleines handliches Stück von einer Gipskartonplatte abgeschnitten, das ich zum Anlegen nehmen konnte und habe die ersten Profile angebracht. Noch schnell das ganze mit der Wasserwaage ordentlich ausgerichtet und dann ordentlich fixieren.

die ersten Profile angebracht

die ersten Profile angebracht

Wow, das ging ja im Grunde ganz leicht. Eigentlich waren im Handumdrehen die UW-Profile am Boden und an der Decke angebracht. Nun mussten also die ersten senkrechten Profile da zwischen gesetzt werden. Das war dann auf Grund der Schräge etwas tricky, aber auch das habe ich relativ zügig hinbekommen. (Kurzer Zwischenkommentar: Nein, das Bett, das man im Hintergrund sieht, ist nicht unser Schlafzimmer :grin1_ee:. Es ist das Gästebett und das zweite Zimmer wird dann später auch weiter als Gästezimmer genutzt).

Nach und nach habe ich nun die Ständer aufgebaut und als die eine Seite fertig war, durfte ich das Spiel noch einmal auf der anderen Seite machen (soll ja schließlich eine Wandstärke von 145mm werden):

das Ständerwerk (erste Seite)

das Ständerwerk

das Ständerwerk (erste Seite)

das Ständerwerk (erste Seite)

das Ständerwerk (beidseitig)

das Ständerwerk (beidseitig)

das Ständerwerk (beidseitig)

das Ständerwerk (beidseitig)

Nachdem das Ständerwerk nun also aufgebaut war und alles schön in Waage war, konnten jetzt die Gipskartonplatten angeschraubt werden. Da ich die gesamten Arbeiten ja alleine durchgeführt habe, habe ich mich für sogenannte Einmannplatten (900 x 1250 x 125) entschieden. Einmannplatte ist ein geläufiger Begriff für Trockenbauplatten, die so dimensioniert sind, dass eine Person sie alleine tragen und montieren kann. Der Vorteil dieser Platten liegt auf der Hand, denn man kann sie ja alleine verarbeiten. Der Nachteil liegt darin, dass man hier eventuell etwas mehr schrauben muss, aber damit konnte ich gut leben :wink_ee:. Platte für Platte habe ich nun die erste Seite der Wand beplankt:

erste Platte dran

erste Platte dran

zweite Platte dran

zweite Platte dran

dritte Platte dran

dritte Platte dran

vierte Platte dran

vierte Platte dran

fünfte Platte dran

fünfte Platte dran

nur noch die restliche Löcher

nur noch die restliche Löcher

Als die Platten soweit an der ersten Seite angeschraubt waren, musste ich mich als nächstes um die Dämmung kümmern. Hier stand gar nicht mal die Wärmedämmung im Vordergrund, als viel mehr der Schallschutz.

vorher ohne Dämmung

vorher ohne Dämmung

Ich bin also auf die andere Seite der Wand gegangen und habe Mineralwollplatten zwischen die Ständer gesteckt. Hier hat sich dann das genaue Arbeiten beim Ständerwerk bezahlt gemacht, denn die Streben wurden jeweils in einem Abstand von 62,5cm aufgestellt.

Dämmschicht Eins

Dämmschicht Eins

Erster Vorteil hierbei war, dass ich wunderbar die Platten verschrauben konnte, denn ich hatte ja eine Strebe genau in der Mitte der Einmannplatte und ein Strebe genau am Ende der Platte. Der zweite Vorteil… die Steinwollplatten haben genau ein Maß von 62,5cm und somit passten die genau in die Zwischenräume :thumbup_tb:.

Wie ich ja schon beschrieben hatte, hat meine neue Wand eine

Dämmschicht Zwei

Dämmschicht Zwei

Stärke von 145mm (also zwei einfach Wandstärken), was natürlich auch bedeutet, dass ich die Wand im Grunde doppelt dämme. Also wenn das nichts ist, dann weiß ich es aber auch nicht :lol_ee:.

Dämmschicht Zwei

Dämmschicht Zwei

Da wird auf der einen Seite die kleine Prinzessin ruhig jammern können ohne das die eventuellen Gäste wach werden und auf der anderen Seiten kann der Gast ruhig Bäume im Schlaf fällen, ohne das unsere kleine Prinzessin davon aufwachen dürfte.

Also rückblickend kann ich sagen, dass das Dämmen so ziemlich das leichteste war :cheese1_ee:! Ok, ok… ich muss schon gestehen, dass so eine Dämmung immer ein wenig pickst und kratzt, aber das war durchaus auszuhalten. Wesentlich schlimmer finde ich da Glaswolle. Die pickst wirklich wie olle, aber so eine Mineralwolle (die ja nicht weniger gut dämmt), ist da schon relativ angenehm zu verarbeiten.

Die Abschlußarbeiten

erste Platte

erste Platte

Ha, fast geschafft. Abschließend musste jetzt nur noch die zweite Seite beplankt werden. Hier hatte ich ja bereits Übung von der

dritte Platte

dritte Platte

ersten Seite und somit waren die Platten relativ schnell angebracht.

Einzige Herausforderung war die Schräge, denn irgendwie war die nicht gerade sauber gearbeitet. Naja… irgendwie habe ich es aber dann doch geschafft die Platten komplett anzubringen. Ich habe mir hier dann einfach eine Schablone aus Papa gebaut (die lässt sich ja einfache handhaben und zuschneiden) und mit Hilfe dieser Schablone habe

fünfte Platte

fünfte Platte

ich dann die Gipskartonplatte zugeschnitten.

Nach und nach wurde die Wand dicht gemacht und meine Wochenendarbeit konnte einen Abschluss finden. Ich finde ja, dass das gar nicht so schlecht geklappt hat, dafür das ich es das erste Mal gemacht habe :wink_ee:. Ok, es gab vielleicht die eine oder andere Anlaufschwierigkeit, aber im großen und ganzen hat es ja geklappt und ich bin mir ziemlich sicher, dass die nächste Wand (wenn denn noch einmal eine kommen soll), schneller gebaut wird.

Achso… und nun natürlich noch einmal die Rückseite der Wand in ihrer ganzen Pracht .. bevor ich zu einem Resümee komme :surprise_ee:.

Rückseite komplett

Rückseite komplett

Rückseite komplett

Rückseite komplett


Das Resümee

  • Trockenwandbau ist kein Hexenwerk
  • mit Einmannplatten kann man das gut alleine machen
  • verlasse Dich NIE auf einen Baumarktmitarbeiter, sondern prüfe die Infos auch im Netz
  • verwende UW-Profile für den Boden und die Decke und CW-Profile für die Zwischenständer
  • zusätzliche Dämmstreifen an den Außenprofilen sorgen zusätzlich für Schallschutz
  • Mineralwolle kratzt und pickst weniger als Glaswolle

Alles in allem habe ich für die Wand im Grunde zwei Tage gebraucht, was ich für durchaus respektable halte und ich muss sagen, dass ich mir das jeder Zeit wieder zutrauen würde.

In den nächsten Tagen kann ich mich dann um die finalen Abschlussarbeiten kümmern. Es müssen nun die Fugen und Schrauben verputzt werden, dann muss das ganze tapeziert wird, um es abschließend zu streichen und die Fußleisten wieder dran zu machen.

  1. 6. Dezember 2010, 18:21 | #1

    Alter Perfektionist…

    Ich hab ja auch schon so manche Trockenbaumaßnahme hier im Haus hinter mich gebracht, aber bislang habe ich Aluprofile immer für Teufelswerk gehalten – ich bin nach wie vor ein Freund des guten alten 8er Kantholzes… und statt Schnellbauschrauben nehm ich lieber Torx-Spanplattenschrauben, das ist Nerven- und Bitschonender. Allerdings kann man dann die Dämmung nicht so schön einklemmen sondern muss etwas puzzeln.

    Einmannplatten sind übrigens fast die beste Erfindung seit geschnitten Brot – damit hab ich in den Kinderzimmern sogar die Decken fast alleine hinbekommen (als die Arme lahm wurden kam zum Glück Hilfe ;) )

    Übrigens wünsche ich Dir viel Spaß für die finalen Abschlussarbeiten – die haben bei uns i.d.R. länger gedauert als der eigentliche Trockenbau – YMMV

    • 6. Dezember 2010, 23:42 | #2

      Sagen wir mal so … die Aluprofile sind alles andere als Teufelswerk ;) Und ich hatte die genommen, da ich ja direkt an die Schräge des Dachstuhls anstoße und um spätere Fugen durch eventuelle Feuchtigkeit zu vermeiden (Holz arbeitet ja immer ein wenig), hatte ich mich für die Aluprofile entschieden :) Im Keller (also in meinem Arbeitszimmer, hatte ich die Wand allerdings auch mit MDF-Platten auf Holzkanthölzer verkleidet :D

  1. 20. Dezember 2010, 12:45 | #1
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