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Es war einmal… ein Team-Event

8. Juni 2011 Kommentare

Es ist schon ziemlich lange her, aber es gab mal eine Zeit, da hatte unsere Firma noch Gelder für Team-Events und so hat es sich ergeben, dass unsere Abteilung eines dieser Team-Events hatte.

Bei diesem Team-Event ging es im Prinzip um Teambildung, denn es stand ein Merger (Zusammenschluss) bevor (Randbemerkung: der erste von einigen Mergern) und wir wussten alle nicht, was uns da erwarten würde. So ist das Dortmunder Team nach Hessen zum Edersee gefahren, um dort im Schloss Waldeck einzuchecken.

Hier also mal einige Bilder vom Event und eine kleine Beschreibung der einzelnen Aktivitäten.

Die Anreise

Blick aus der Burg auf den Edersee

Blick aus der Burg auf den Edersee

Angereist sind wir Freitags mit Privat-PKWs und es ist im Grunde nicht ganz so  viel passiert. Das Hotel oder besser die Burg war echt nicht schlecht. Das Schloss Walddeck liegt oberhalb des Edersees und man konnte direkt auf den See blicken (siehe auch links).

Nach dem Einchecken gab es dann erst einmal lecker Abendessen und unsere damalige Chefin meinte nur: „Ich gebe euch den Tipp heute Abend mal nichts zu trinken und früh schlafen zu gehen… morgen wird’s echt anstrengend. Feiern könnt ihr ja dann am Samstag.

Naja, zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was uns erwartet, aber im Grunde haben wir den Tipp befolgt und keine Riesenparty gestartet. Wir haben zwar eine Kleinigkeit getrunken, aber das hielt sich wirklich in Grenzen. Wenn ich mich recht erinnere, dann sind wir Abends noch in den Wellness-Bereich des Hotels gegangen… also einige.

 

Klettern für Große

abseilen...

abseilen...

Samstags nach dem Frühstück wurde uns dann beigebracht, wie man Gurte richtig anlegt. Gurte, wie man sie beim Klettern benutzt, aber noch wurde uns nichts gesagt, wofür wir das brauchen würden. Es wurde aber peinlichst genau drauf geachtet, dass auch jeder genau versteht wie die Gurte angelegt werden und es wurde immer wieder kontrolliert, dass die Gurte auch richtig sitzen.

 

...abwärts...

...abwärts...

Wenig später wussten wir dann wofür das gut sein sollte. Wir haben uns doch tatsächlich vom Schloss Waldeck abgeseilt (siehe auch die Bilder links und rechts).

Eine sehr spannende Übung, wie ich sagen muss. Vom Ablauf war es so, dass bei der ersten Person einer der Event-Leiter die abseilende Person gesichert hat und als diese Person dann unten war, hat sie die Sicherung des nächsten übernommen. So hat also im Grunde immer einer aus dem Team die nächste Person aus dem Team gesichert.

Bis auf eine einzige Person aus dem Team (insgesamt waren wir immerhin 16 Leute) haben alle den Schritt durch das Fenster gewagt und das sogar bei Personen, wo ich das im Leben nicht vermutet hättet. Man wird halt immer wieder überrascht.

Finde Deinen Weg

analoges Geo-Caching

analoges Geo-Caching

Nachdem nun alle die erste spannende Übung erfolgreich geschafft hatten, ging es über zur nächsten Übung. Das Team von uns 16 Leuten wurde nun in zwei Gruppen á 8 Leute unterteilt und jedes Team hat eine einfache Karte der Umgebung und einen Kompass bekommen. Wenn ich mich noch recht erinnere, dann waren auf der Karte einzelne Punkte markiert, die man finden sollte. Also quasi ein analoges Geo-Caching. Das ganze hat dadurch noch einen leichten Wettkampf-Charakter bekommen, dass man schauen sollte schneller als das andere Team am Endpunkt anzukommen. Es ging also querfeldein und man musste sich auch noch einigermaßen beeilen.

Baue ein Nest und rette ein Teammitglied

Mir fällt gerade auf, wo ich die dritte Headline geschrieben habe, dass das irgendwie wie aus einem Computer-Rollenspiel klingt…

Im Grunde sagt die Überschrift ja schon so ziemlich alles. Als wir den Endpunkt des „Orientierungslaufes“ erreicht hatte, der übrigens irgendwo mitten im Wald lag, bekamen wir die nächste Aufgabe. Im Grunde waren es sogar zwei Aufgaben, die man bewältigen sollte.

Die erste Aufgabe bestand darin aus einfachen Mitteln, also nur Zweige und Äste, die man im Wald gefunden hat, einen Korb zu bauen/flechten. Dieser Korb wurde dann später an einem Band in die Höhe gezogen und das Team sollte Tannenzapfen, die man natürlich auch erst einmal sammeln musste, in diesen selbstgebauten Korb werfen. Das Team, das am Ende die meisten Tannenzapfen im Korb hätte, hätte diese Übung gewonnen.

Parallel hierzu sollte man auch noch eine Trage für einen quasi „Verwundeten“ bauen. Hierzu wurde von den Leitern jedem Team ein Strick überreicht und der Rest sollte im Wald gesammelt werden. Es sollte später eine Person des Team mindest 5 Meter von der Trage getragen werden. Wenn die Trage vorher auseinander brechen würde, dann hätte man die Aufgabe nicht bestanden.

Hier mal einige Bilder dazu:

Baue ein Nest

Baue ein Nest

Fülle das Nest

Fülle das Nest

Rette ein Teammitglied

Rette ein Teammitglied

Rette ein Teammitglied

Rette ein Teammitglied

Kurze Pause und ein Marsch

Lunch-Time

Lunch-Time

Im Grunde haben wir dananach erst einmal eine kurze Pause gemacht. Vom Hotel hätte jeder ein kleines Lunchpaket bekommen und so saßen wir mitten im Wald und haben etwas gefuttert.

Auch wenn das Wetter nicht ganz so optimal war (ich meine, dass einer der Kollegen später eine Lungenentzündung hatte, weil er sich anscheinend verkühlt hat), so hatte dennoch niemand Probleme damit dort einfach so Pause zu machen.

Der Weg zur nächsten Übung war im Grunde auch schon eine Übung. Wir sollten einen Weg entlang gehen und zwischen jeder einzelnen Person wurde ein Abstand gehalten. So ging jeder diesen Weg für sich alleine und als Aufgabe für den Weg hat man bekommen sich Gedanken über den anstehenden Merger zu machen. Was bringt er für Vorteile? Welche Ängste habe ich? Wo sehe ich mich dabei?

Hänschen piep mal

Hänschen piep mal

Hänschen piep mal

Die nächste Übung war dann eine Übung zum Thema „Kommunikation“. Das Team sollte sich auf einen einheitlichen Weg der Kommunikation einigen, denn später bekam eine Person aus dem Team die Augen verbunden und wurde von den Event-Leitern irgendwo im Wald platziert. Das Team an sich wurde auch an zufälligen Stellen platziert und nun sollte das Team durch gezielte Befehle die Person mit den verbundenen Augen von einer Person zur nächsten führen. hierzu durfte man jedoch nicht die Worte „vor“, „zurück“, „links“ und „rechts“ benutzen. Man konnte also quasi sagen für „vor“ sagen wir „tock-tock-tock“ und für „links“ sagen wir „putt-putt-putt“ und so weiter.

War schon extrem lustig wie das ganze Team durcheinander brüllte und immer wieder „tock-tock-tock“, „putt-putt-putt“ und all die anderen Geräusche machte.

Bevor es nach dieser Übung auf zur nächsten ging, bekamen wir noch eine kleine Aufgabe. Jeder aus dem Team sollte sich einen Gegenstand im Wald suchen, den er symbolisch für den Merger sah. Dieses Gegenstand sollte man mitnehmen und sich eine Erklärung überlegen, wieso es gerade dieser Gegenstand war. Am nächsten Tag sollte man das dann erklären.

Wenn ich heute mal so durch die Büros gehe, dann meine ich zumindest bei einer Person noch den damaligen Gegenstand auf dem Schreibtisch zu sehen.

Die Bombenentschärfung

Wir sind dann mal wieder ein wenig wandern gewesen und als wir dann wenig später wieder in einem kleinen Waldstück angekommen sind, wurde den Teams die nächste Aufgabe genannt. Die Aufgabe hatte den Titel „Die Bombenentschärfung“ und war wie folgt aufgebaut:

  • mit Hilfe eines Strickes war ein Rechteck auf dem Boden markiert, wo im Mittelpunkt ein Glas mit Wasser stand
  • das Rechteck stand für einen verminten Bereich und wenn ein Teammitglied da hinein treten würde, würde es einen Schaden geben, so dass das Teammitglied gehandikapt ist und nur noch bedingt helfen könne
  • das Wasserglas symbolisierte eine chemische Bombe, die es galt zu entschärfen
  • da es eine „chemische Bombe“ sein sollte, musste die Person, die das Glas anfasst, die Augen verbunden haben

Die Aufgabe bestand also darin, dass man erstens an die Bombe kommen musste ohne das Rechteck zu betreten und das man zweitens trotz verbundener Augen nach der Bombe greifen konnte. Als Hilfsmaterial gab es nur einiger Stricke.

 

die Verletzten

die Verletzten

Soweit also zur Aufgabe… beim Betrachten des Rechtecks habe ich Döspaddel leider nicht aufgepasst und bin mit einem Fuß in das Rechteck getreten. Resultat: Mir wurden die Hände auf den Rücken gebunden, da die „Minen“ diese verletzt hätten. So konnte ich also nur noch beratend helfen. Wenig später ist dann noch eine Person aus unserem Team in das Rechteck getreten und bei ihr haben die „Minen“ Verletzungen an den Augen verursacht und ihr wurden daher die Augen verbunden. Somit konnte ich dann doch wieder helfen, denn ab sofort war ich ihre Augen. Sie hat sich bei mir eingehakt und so konnte ich sie führen.

 

Unsere Bombenentschärfung

Unsere Bombenentschärfung

Ich weiß zwar nicht, wie das andere Team diese Aufgabe gelöst hat, aber zumindest kann ich mal kurz unsere Lösung vorstellen. Wir haben versucht eines der Seile zwischen zwei Bäume zu spannen, so dass das Seil über den Mittelpunkt des Rechtecks führt. An dieses Seil haben wir dann eine Person gebunden, unter zur Hilfenahme eines weiteren Seiles, und diese Person haben wir dann vor und zurück gezogen. Soweit also unsere Idee zur Lösung… und nun zu den Problemen, die wir damit hatten.

Erstes Problem: Da das Seil, welches wir zwischen die Bäume gespannt hatten, relativ lang war, war es leider sehr instabil und sobald jemand am Seil hing, hing das Seil durch. Somit mussten wir also die leichteste Person aus dem Team an das Seil befestigen.

Zweites Problem: Als wir die Person vor und zurück gezogen haben, wurde die Hand von ihr wohl sehr heiß. Logisch… sie musste sich mit einer Hand festhalten und mit der anderen das Glas Wasser… als wir also gezogen haben, wurde die Hand wohl durch die Reibungshitze sehr heiß.

Naja… letztendlich haben wir es auf jeden Fall geschafft.

Das Cross-Biking-Rennen

Cross-Bike-Rennen

Cross-Bike-Rennen

Die nächste Aufgabe war dann eine Aufgabe für einzelne Personen aus dem Team, aber nicht für das gesamte Team. Im Grunde war es es einfach Fahrradrennen über die matschigen und buckeligen Wege des Waldes. Ich muss gestehen, dass ich diese Aufgabe lieber den anderen überlassen habe. Jedes Team hat einige Personen gestellt, die an dem Rennen, immer One-on-One, teilgenommen haben.

Es war wirklich unglaublich, wie sich einige Personen da hinein gesteigert haben. Es wurde tatsächlich bis zur absoluten Erschöpfung gekämpft und man wollte unbedingt gegen das andere Team gewinnen.

Wie letztendlich das Endergebnis dieser Einzelrennen aussah, kann ich gar nicht mehr sagen … das war ja im Grunde auch nicht das Wichtige.

Entspannungsbogenschießen

Pfeil und Bogen

Pfeil und Bogen

Nach diesen Radrennen sind wir dann wieder Richtung Schlosshotel gewandert und zum Abschluss des Tages hatten wir noch die Möglichkeit mit Pfeil und Bogen zu schießen. Da es bereits anfing zu dämmern, wurde diese Übung nicht mehr in den einzelnen Teams als Aufgabe durchgeführt, sondern die Event-Leiter haben uns lediglich angeboten, dass wir das gerne mal ausprobieren könnten, wenn wir denn wollten. Natürlich wollten wir das mal ausprobieren und so wurde uns die Technik hierbei erklärt und jeder konnte das mal ausprobieren.

Ein wirklich gelungener Abschluss eines besonderen und anstrengenden Tages.

Fazit

Wenn ich das Team-Event heute mal Revue passieren lassen, dann muss ich schon sagen, dass das einfach gigantisch war! Es hat unglaublich Spaß gemacht und ich denke tatsächlich, dass es zur Förderung des Team gedient hat. Es ist wirklich Schade, dass es solche Events nicht mehr gibt, aber ich vermute auch, das solche Events heutzutage nur noch bedingt funktionieren würden. Die Zeiten haben sich einfach geändert und auch die Leute haben sich geändert.

Wie auch immer … ich bin stolz damals in diesem Team gewesen zu sein und die Möglichkeit gehabt zu haben an so einem Event teilzunehmen.

Anmerkungen:

  • da damals Digitalkameras noch nicht wirklich populär waren (ich weiß gar nicht, ob es die überhaupt schon gab), sind die Bilder leider nur mittelmäßig
  • selbstverständlich habe ich die Personen (bis auf mich selbst) auf den Bildern unkenntlich gemacht
  • die Event-Leiter bestanden aus drei Personen. Zwei haben uns die Übungen erklärt und uns betreut und die dritte Person war ein „Beobachter“. Der „Beobachter“ hätte am Ende des Events eine genau Einschätzung über jede einzelne Person geben können, wo diese im Team steht und welche Qualifikationen sie hat. Es wurde jedoch durch unsere Chefin auf eine solche Einschätzung verzichtet
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