Home > Allgemein > Die Erhobene-Zeigefinger-Moral

Die Erhobene-Zeigefinger-Moral

21. Januar 2013 Kommentare

erhobener ZeigefingerDie geht mir momentan aber mal wieder so etwas von gegen den Strich … diese Erhobene-Zeigefinger-Moral. Warum müssen die Leute eigentlich immer so dogmatisch ihre Meinung vertreten, um hier andere davon zu überzeugen, dass ihr Handeln ja das einzig richtige ist?

Da gibt es diese militanten Nichtraucher, die frommen Kirchengänger und diese militanten Vegetarier/Veganer.

Momentan durfte ich mal wieder einen Artikel mit dem Titel „Das Dilemma der Veganer“ auf Gesichtsbuch entdecken und das hat mich dann mal zu diesem Beitrag hier ermutigt. Hier wird dann aufgezeigt, wie verblendet und „dumm“ doch die Nicht-Veganer sind. Da heißt es z.B. „Veganer sind sich dessen bewusst, und bewusst ist genau das Wort, das den veganen Lebensstil am besten beschreibt„, was ja durch die Blume sagt, dass alle anderen Menschen einen unbewussten Lebensstil haben.

Hallo?! Geht’s noch? Liebe Veganer … ihr dürft gerne so viel Grünzeug essen, wie ihr gerne möchtet und ihr könnt euch auch gerne für die bessern Menschen auf dieser Welt halten, aber bitte behaltet doch einfach eure Meinung für euch oder betrachtet das Thema wenigstens mal wertneutral.

Ich möchte hier mal einige Aussagen aus dem Artikel anschauen…

  • Aussage:Denn wer in einer Gesellschaft, in der Fleischkonsum nicht nur legitimiert, sondern regelrecht gefeiert wird, ganz bewusst auf tierische Produkte verzichtet, der eckt an.
  • Meine Meinung dazu: Ich glaube nicht, dass ihr in dieser Gesellschaft aneckt, weil ihr auf Fleisch verzichtet, sondern es ist viel mehr die Art, wie ihr auf Fleisch verzichtet. Wenn ein Vegetarier/Veganer neben mir steht während ich meine Currywurst esse und er dann das Gesicht erzieht und mein Handeln mit einem „Igitt … bääähhh…“ kommentiert, dann kann der doch nur anecken. Überdenkt doch ganz einfach mal euer Auftreten in der Gesellschaft und fragt euch, warum genau ihr aneckt.

 

  • Aussage:Doch wer das Tier dem Menschen, was sein Recht auf Leben anbelangt, gleichsetzt, der kann und darf dabei nicht zu Kompromissen bereit sein.
  • Meine Meinung dazu: Interessant! Würde das im Umkehrschluss nicht auch bedeuten, dass ihr einen gleichen Aufwand zur Rettung der Menschheit betreiben müsstet? Das ist mir so noch nicht aufgefallen, denn ihr redet zwar immer wieder von den armen Tieren, aber nicht mit einem Wort lasst ihr euch mal über die armen Menschen aus. Ist euch eigentlich bewusst, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, denen es bei weitem nicht so gut geht wie euch? Habt ihr euch schon mal für die unterdrückten Frauen in Indien eingesetzt? Habt ihr eine Sammlung für die verhungerten Kinder in der Dritten Welt gemacht? Ich glaube nicht, also warum befolgt ihr hier diesen Grundsatz nur in eine Richtung?

 

  • Aussage:Für die meisten Veganer ist es genauso ein Tabu Tieren Leid anzutun wie dem Menschen. Nicht-Veganer würden bei Gewalt gegen Menschen auch keinen Schritt zurückweichen. Der Veganer tut dies genauso wenig bei Tieren und macht sich damit selbst zum Außenseiter.
  • Meine Meinung dazu: Once again … ihr werdet nicht zum Außenseiter, weil ihr Tieren keine Gewalt antun wollt, sondern weil ihr versucht mit eurer Meinung die Menschheit zu missionieren. Außerdem frage ich mich, wo genau ihr hier die Grenze ziehen würdet oder ob es für euch dabei keine Grenze gibt. Im Mittelalter haben Ratten die Pest übertragen und es wurde gegen sie vorgegangen… würdet ihr die dann auch verschonen? Generell, was ist mit Parasiten wie der Filzlaus, einer Zecke, einem Moskito und, und, und …

 

  • Aussage:Veganer können sich nicht ändern, sonst würden sie ihre Ideale verraten. Also muss sich die Gesellschaft ändern und das wäre ohnehin das Beste für alle.
  • Meine Meinung dazu: Aha … da haben wir es wieder. Nur ihr seid die guten Menschen und alle anderen müssen sich ändern! Ist das nicht ein wenig engstirnig gedacht? Weil ich mich nicht ändern kann, müssen es halt die anderen? Sicherlich gibt es gute Gründe für das eine oder andere, aber diese Argumentationsweise ist sicherlich nicht die beste.

 

  • Aussage:Veganer sind, zumindest was den Umgang mit Tieren anbelangt, die besseren Menschen.
  • Meine Meinung dazu: BINGO! Da wird es sogar klar geschrieben … nur ihr seid die besseren Menschen… ja nee… is klar! Wenn man hier überhaupt von „Wert“ sprechen kann, dann frage ich mich doch, wie viel ein Tier wert ist? Ist das Leben eines Menschen nicht mindestens ebenso wertvoll? Wie vielen Menschen habt ihr denn schon das Leben gerettet? Sind Menschen, die sich für das Wohl anderer Menschen nicht vielleicht auch ein wertvoller Beitrag für unsere Gemeinschaft oder seid ihr da immer noch bessere Menschen? Also ganz im ernst… genau solche Aussagen befördern euch ins Abseits.

 

  • Aussage:Wenn uns ein Veganer oder Vegetarier von seinem Lebensstil erzählt, dann nehmen wir das oft genug als lästig, missionarisch oder arrogant wahr. Wahr ist aber, dass das, was dabei Unbehagen in uns auslöst, nicht die Arroganz der Veganer ist, sondern unser eigenes schlechtes Gewissen. Weil wir eigentlich wissen, dass sie Recht haben.
  • Meine Meinung dazu: FALSCH! Genau diese Arroganz, dass nur ihre Meinung die einzig wahre ist, ist das was mich nervt. ich will hier gar nicht sagen, ob sie Recht oder Unrecht haben, aber wie sie ihre Meinung in die Welt posaunen, ist genau das nervige. Eine wirkliche Koexistenz von Veganern und Fleischfressern scheint nicht wirklich möglich zu sein und ich gehe schwer davon aus, dass man durchaus Veganer akzeptieren könnte, wenn sie nicht immer mit diesem erhobenen Zeigefinger durch die Gegend laufen würden. Und vielleicht einfach mal so am Rande … wie viele vegetarische/vegane Löwen kennt ihr eigentlich? Ist es nicht sogar so, dass selbst Pflanzen Fleisch essen? Was machen wir denn mit Tieren, die andere Tiere fressen? Bestrafen dürfen wir sie nicht, da wir ja nicht gegen Tiere vorgehen, aber missionieren lassen sie sich auch nicht … was für ein Dilemma!

So … das wollte ich mir einfach mal von der Seele schreiben. Generell kann man das natürlich auch auf alle anderen dogmatischen Einstellungen anwenden. Ja … das Rauchen ist vielleicht nicht schön, aber als Nichtraucher müsst ihr auch nicht mit der Wasserpistole neben mir stehen und einen Hustenanfall nach dem anderen bekommen und ob ich in die Kirche gehen will oder nicht, das soll doch bitteschön mir überlassen werden. Gerne kann man sachlich und wertneutral seine Meinung vertreten, aber muss man das immer gleich mit erhobenem Zeigefinger machen?

NEIN! Muss man nicht!

  1. 30. Januar 2013, 15:41 | #1

    Gut gebrüllt Löwe ;) …

    Nee ehrlich, ich geh da wirklich in allem mit Dir dacor und kann mich Deiner Meinung zu 99% anschließen. Warum nur 99%? Ganz einfach, ich lebe scheinbar mit genau dem 1% Ausnahme zusammen :D. Marc würde nie missionieren, im Gegenteil, er kann es absolut nicht leiden, wenn aufgrund seines Vegetarismus seine Umwelt ein großes Bramborium macht. Ich habe in den über 4 Jahren nie einen erhobenen Zeigefinger sehen müssen, oder gar das er sich angeekelt wegdreht, wenn ich Fleisch esse. Natürlich erfordert das Ganze gewisse Kompromisse, die allerdings von meiner Seite eingebracht wurden, ohne das es verlangt wurde. Es gibt von mir bewusst kein Fleisch oder Wurst bei uns zuhause, dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, mir mal ne Wurst zu essen, oder gar nen halben Hahn. Verlangt hat Marc das aber niemals, dass unser Haushalt fleischlos bleibt.
    In der nahen Zukunft wird sich die Situation sicherlich wieder verändern, denn es steht uns nicht zu, unserem Kind später vorzuschreiben, ob es Wurst / Fleisch essen darf oder nicht, dass ist nicht unsere Entscheidung.

    Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich mit wenig bis gar keine Wurst oder Fleisch gut leben kann, habe eh nie wirklich viel Fleisch gegessen. Trotzdem lass ich mir meine Currywurst nicht madig machen, egal von wem ….. ähm ja ok außer derzeit von den Hormonen, aber das sind ja wieder ganz andere fiese Arschlöcher :D ;)

  2. 30. Januar 2013, 16:47 | #2

    @Suriel
    Dem einen Prozent kann ich zustimmen :) Ich selber war auch eine ganze Zeit lang Vegetarier, ich habe aber auch nie diesen erhobenen Zeigefinger gehabt. Es war rein meine Entscheidung und ich hätte mit meiner Meinung nicht wirklich irgendjemanden missionieren wollen. „Leben und leben lassen“ war meine Devise. ALso ja … dem 1% stimme ich zu :)

  1. Bisher keine Trackbacks
CAPTCHA
*