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Manche Kinderbücher verstehe ich einfach nicht

11. August 2012 Kommentare
Lullemu

Lullemu

Unsere Little Princess hat letztens wieder einmal ein Buch von der Oma geschenkt bekommen. Eigentlich eine sehr nette Geste und bei einem ersten Durchblättern, sah das Buch auch wirklich sehr süß aus. Es handelt sich um das Buch „Lullemu, wer bist Du?„.

Als ich mir dann das Buch genauer angeschaut habe, da kam mir die Geschichte doch ein wenig merkwürdig und nicht so ganz kindergerecht vor. Ich habe mir die Geschichte noch mal und noch mal durchgelesen, aber so wirklich hat sich mir der tiefe Sinn nicht erschlossen. Vielleicht deute ich das auch alles nur ganz falsch, aber ich finde es dennoch schwierig die Geschichte meiner kleinen Maus verständlich zu machen.

Doch warum geht es denn eigentlich in diesem Buch?

Lullemu hat keine Freunde...

Lullemu hat keine Freunde…

Das Buch sagt:

Lullemu hat ganz viele Spielsachen. Nur einen Freund hat er nicht. Also macht er sich auf die Suche und stellt fest, dass Freundefinden gar nicht so leicht ist.

Soweit eigentlich noch eine relativ verständliche Einleitung und ein Punkt, den man der Maus sicherlich auch erklären kann. Nun geht der kleine Hund aber los und versucht Freunde zu finden. Er trifft einen Hahn und der Hahn will nicht sein Freund sein, weil Lullemu nicht so ein schönes Fell hat. Lullemu steckt sich Federn an, aber der Hahn lacht ihn aus und findet ihn immer noch nicht schön genug. So geht es Lullemu mit vielen Tieren und jedesmal versucht er sich anzupassen, aber die anderen Tiere sind nicht zufrieden mit ihm.

Erst am Ende trifft er auf einen anderen Hund, dem es ebenso ging und so haben beiden nun endlich einen Freund gefunden.

Also ich weiß ja nicht … bei mir kommt das wie folgt an:

Man kann nur mit der eigenen Art befreundet sein. Ist jemand anders, dann kann man mit dem auch nicht befreundet sein.

Huar … das kräuseln sich mir die Nackenhaare! Was soll das denn bitteschön für eine Moral sein?

Was man jedoch wirklich sagen muss … die Illustrationen in diesem Buch sind wirklich wunderschön und liebevoll gemacht. Das rettet nur leider nicht das gesamte Buch.

Ok, ok … vielleicht deute ich das auch alles ganz falsch und ich liege vollkommen daneben, aber ich finde diese Vorgehensweise wirklich nicht gut. Im Netz habe ich auch folgende mögliche Interpretation gefunden:

Ich bin mir sicher, dass man Kindern über dieses Buch vermitteln kann, dass Freunde einfach zueinander passen müssen und das man sich nur wegen einem Freund nicht verändern muss. Lullemu hat einfach keine Schwimmflossen oder keine Flügel oder kein Geweih und selbst die Veränderungen konnten die anderen Tiere nicht begeistern. So ist es auch bei Kindern – sie sind einfach so wie sie sind und sollten auch so akzeptiert werden. Nur dann kann eine „Kindergartenfreundschaft“ entstehen, die vielleicht auf ewig anhalten wird.

Also ich bin mir da nicht sicher, dass man das so einem Kind vermitteln kann und ich finde es auch nicht gut. Würde das nicht bedeuten, dass ein hellhäutiges Kind nicht mit einem dunkelhäutigem befreundet sein kann? Kann dann nicht ein gesundes Kind nur mit einem gesundem Kind befreundet sein, nicht aber mit einem Kind, das im Rollstuhl sitzt?

Wie gesagt … das hier ist rein meine persönliche Meinung und vielleicht liege ich ja auch vollkommen daneben, aber ich habe auf jeden Fall darum gebeten, dass das Buch wieder umgetauscht wird, denn unsere Maus soll frei und offen aufwachsen und nicht denken, dass nur Gleich und Gleich sich gerne gesellt.

  1. 13. August 2012, 14:13 | #1

    Im ersten Schritt stimme ich Dir da vollkommen zu Andre, die Interpretation kann hier doch sehr eindeutig sein und da liegt meiner Meinung nach das Problem, welches wir Erwachsene sehr oft mit Kinderbüchern und Co. haben, wir interpretieren eigene Erfahrungen, Meinungen, Empfindungen hinein.

    Als beispiel wähle ich hier einfach mal Hensel & Gretel, als Kind habe ich dieses Märchen geliebt, ich habe mir das Pfefferkuchenhaus vorgestellt mit all seinen Süßigkeiten, die Hexe kam mir gar nicht so schlimm vor und ich hatte auch keine Angst vor Ihr, fand es auch nicht bedenklich, dass Hensel & Gretel sie in den Ofen gestoßen haben. Als Erwachsene betrachtet, finde ich dieses und viele andere Märchen einfach nur grausam, wenn man sich mal überlegt, welchen Hintergrund diese Geschichte hat, nämlich das Eltern Ihre Kinder aussetzen, weil sie Diese nicht mehr versorgen können, wenn man bedenkt, dass dort ein Mensch bei lebendigem Leib verbrannt wird… das sind alles Sachen, die man als Kind einfach so nicht realisiert und ich denke so wird es Kindern beim Lullemu-Buch auch gehen.

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